Altdorf bei Nürnberg (epd). Alles begann 1995 als Zweitprogramm: Der damalige Altdorfer Ruhestandspfarrer Georg Kugler hatte die Idee zum Format "ZuMUTungen". Es sollte ein Gottesdienst sein, der Mut macht, "weil er den Zumutungen des Lebens nicht ausweicht und sich den Zumutungen des Evangeliums stellt", schreibt Prediger Günter Breitenbach in der Pressemitteilung zum Jubiläum. Da 2020 nicht gefeiert werden konnte, haben die Altdorfer an diesem Sonntag (22.5.) zur Feier "25+2 Jahre" eingeladen. An diesem Tag ist das tonangebende Thema des Gottesdienstes die "Zukunftsmusik".
"Nun kann man zu Recht sagen: Zukunftsmusik im Wortsinn gibt es gar nicht", sagte der ehemalige Rummelsberger Direktor Breitenbach laut Predigtmanuskript. "Wir können keine zukünftige Musik spielen. Sobald wir sie spielen, ist sie Musik im Hier und Jetzt." Zukunftsmusik bedeute im übertragenen Sinne, dass die Zukunft ungewiss oder noch nicht wichtig sei. Im Gottesdienst dagegen gehe es um Musik, "die in uns die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft weckt", sagte Breitenbach. "Gerade wenn der Blick in die Zukunft getrübt ist und Waffenlärm die Menschen erschreckt."
Der Musik sei bei den "ZuMUTungen" schon immer eine wichtige Rolle zugekommen, sagte Breitenbach im Gespräch mit dem Evangelischen Pressdienst (epd). Es werden neuere christliche Lieder und Instrumentalstücke gespielt, die zum Thema des Gottesdienstes passten. "Es gibt keine Liturgie wie bei einem normalen Gottesdienst, sondern die Verkündigung ist in mehrere Teile aufgeteilt, in denen das Thema bearbeitet wird", erklärte er.
Die nahe Zukunft der "ZuMUTungen" mit eigenem Team und ehrenamtlichen Predigerinnen und Predigern ist die Aufnahme in die sonntäglichen Regelgottesdienste. Ab Mitte Juni finden sie einmal im Monat in der Laurentiuskirche anstelle des klassischen Hauptgottesdienstes statt. Breitenbachs Wunsch: "Wenn sie weiter dazu beitragen, dass wir besser klarkommen mit Liebe, Angst und Tod in unserem Leben, dann sind sie wahrhaft Zukunftsmusik."