Schweinfurt, Würzburg (epd). Zwei Beamte einer Schweinfurter Polizeidienststelle sind am Donnerstag wegen rassistischer Taten verurteilt worden. Eine Beamtin muss unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Verletzung von Dienstgeheimnissen eine Geldstrafe zahlen, ein Beamter wurde zu einer Haftstrafe von 14 Monaten auf Bewährung unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs verurteilt, wie das Polizeipräsidium Unterfranken am späten Donnerstag mitteilte. Die Taten ereigneten sich zwischen November 2019 und März 2020 in einer Asylbewerberunterkunft im Landkreis Schweinfurt.

Verurteilt wurden die beiden Beamten unter anderem deshalb, weil etwa auf einem Handyvideo zu sehen war, wie die Beamten bei winterlichen Temperaturen absichtlich eine Pfütze mit ihrem Dienstwagen durchfuhren, um eine Gruppe Zuwanderer nass zu spritzen. Bei Auswertungen von Mobiltelefonen wurden zudem Nachrichten mit rassistischem Inhalt festgestellt. Alle daran Beteiligten Beamten seien sofort vom Dienst freigestellt worden. Auch stießen die Ermittler bei einem der beiden Verurteilten auf einen Screenshot einer mutmaßlich rassistischen Messenger-Gruppe mit dem Namen "White Boys", teilte das Polizeipräsidium in Würzburg weiter mit.

Die Taten seien von Beamten der Polizeiinspektion, in der die Beamten Dienst leisteten, selbst festgestellt und durch das Polizeipräsidium Unterfranken angezeigt worden. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt wurde informiert, die internen Ermittlungen hat das Landeskriminalamt übernommen. Neben der juristischen Strafverfolgung wurden auch unmittelbar "disziplinarrechtliche Maßnahmen" getroffen, hieß es. So sei den beiden Verurteilten bereits im Mai 2020 verboten worden, weiter ihren Dienst auszuüben. Während der Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf vier weitere Verdächtige - die Ermittlungen dauerten an, erste Disziplinarmaßnahmen seien erlassen worden.

Ein strukturelles Problem im Zusammenhang mit Rassismus sieht die Polizei nach den Urteilen des Amtsgerichts selbst nicht. Vielmehr habe "die eigene selbstkritische Sichtweise maßgeblich zum Bekanntwerden und zur Aufklärung" des Sachverhalts beigetragen. Man stehe "für null Toleranz" gegenüber jeder Form von Rassismus, Demokratie- oder Fremdenfeindlichkeit in den eigenen Reihen, hieß es.