München, Zermatt (epd). Es wirkt unverrückbar, massiv und im wahrsten Sinne des Wortes felsenfest: Das Matterhorn ist einer der höchsten und markantesten Berge der Alpen. Ein Forscherteam unter Beteilung der Technischen Universität München (TUM) hat nun herausgefunden, dass dieser Eindruck von dem 4.478 Meter hohen Berg täuscht. Laut neuer Studie ist das Matterhorn dauernd leicht in Bewegung, heißt es in einer TUM-Mitteilung vom Mittwoch. Der Gipfel schwinge in gut zwei Sekunden um wenige Nano- bis Mikrometer hin und her.

Angeregt wird er durch seismische Wellen in der Erde, heißt es weiter. Diese werden durch die Gezeiten, die Meeresbrandung, Wind und Erdbeben oder durch menschliche Aktivitäten erzeugt. Wenn es angeregt wird, schwinge jedes Objekt mit bestimmten Frequenzen, so wie eine Stimmgabel oder die Saiten einer Gitarre, erklärten die Forscher und Forscherinnen. Das Phänomen lasse sich auch bei Brücken und Hochhäusern beobachten.

"Wir wollten wissen, ob sich solche Schwingungen auch an einem großen Berg wie dem Matterhorn nachweisen lassen", sagte Wissenschaftler Samuel Weber. Für die Studie installierten die Wissenschaftler am Matterhorn mehrere Seismometer. Die Messungen zeigten, dass das Matterhorn mit einer Frequenz von 0.42 Hertz ungefähr in Nord-Süd-Richtung und mit einer ähnlichen Frequenz in Ost-West-Richtung schwingt. Im Vergleich zur Referenzstation am Fuß des Berges waren die Bewegungen auf dem Gipfel bis zu 14-fach verstärkt.

Solche Schwingungen sind keine Eigenart des Matterhorns, heißt es in der Mitteilung. Es sei bekannt, dass viele Berge in ähnlicher Art und Weise schwingen. Bisher wurden jedoch vor allem kleinere Berge auf dieses Verhalten hin untersucht.