München (epd). Wer in seinem Umfeld Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker hat und nicht mehr weiter weiß, kann in einer neuen Selbsthilfegruppe Unterstützung finden. Das Selbsthilfezentrum München teilte am Dienstag mit, dass immer mehr Menschen um Rat fragten, deren Angehörige oder Freunde Corona leugnen, verharmlosen oder an Verschwörungstheorien glauben. Eine Betroffene habe sich nun dazu entschlossen eine Gruppe zu gründen und sagt dazu: "Ich glaube fest an die kraftspendende Wirkung des Austausches von Gleichbetroffenen und wir werden feststellen, dass wir nicht alleine sind, und uns gegenseitig neue Perspektiven eröffnen."

Die Frau und ihr Partner hatte sich den Angaben zufolge nach "unendlichen und zermürbenden Diskussionen über Corona-Themen" getrennt. Nach einer Phase der Selbstreflexion und intensiven Gesprächen seien sie nun wieder ein Paar und versuchten, trotz der extrem unterschiedlichen Meinungen, den Beziehungsalltag gemeinsam zu leben. Sie plädieren nun für einen "empathischen Dialog auf beiden Seiten" und auf ein "Aufeinander zugehen". Die Gründerin der Selbsthilfegruppe sagt aber auch: "Glück, wer in einer Partnerschaft/Familie lebt, in der die gleiche Anschauung darüber gegeben ist und man sich somit gegenseitig stützen kann."