Augsburg (epd). Der Sozialverband VdK warnt angesichts der im Winter drohenden Gasnotlage davor, Privathaushalte mit geringem Einkommen zu sehr in die Pflicht zu nehmen. "Die Versorgung der Privathaushalte muss weiterhin an oberster Stelle stehen", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag).

Alle, die in schlecht isolierten Wohnungen lebten und daran nicht selbst etwas ändern könnten, bräuchten Unterstützung, so Bentele. Davon seien oft Menschen mit geringem Einkommen betroffen. "Wenn sie dauerhaft frieren, kann das schwere gesundheitliche Probleme verursachen." Eine warme Wohnung und warme Mahlzeiten dürften nicht zu Luxusgütern werden.

Gleichzeitig spricht sich der VdK fürs Energiesparen aus. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) habe zu Recht die Diskussion eröffnet, wie jeder Verbraucher Gas einsparen könne, sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Albrecht von der Hagen der Zeitung.

Mit den sicheren Gaslieferungen könnten zwar Wohnungen wie bisher geheizt werden. Aber was helfe es den Menschen, wenn sie in warmen Wohnungen lebten, aber den Arbeitsplatz verlieren, fragte von der Hagen. In diesem Fall könnten sie auch kein Gas oder den Strom bezahlen. Auch die Unternehmen müssten daher drastisch Gas sparen. Dafür sei jedoch häufig der Gesetzgeber nötig, der Mindesttemperaturen am Arbeitsplatz oder Grenzwerte an Emissionen vorschreibe.