Menschen mit Behinderung haben nach Aussage von VdK-Präsidentin Verena Bentele häufig Probleme, geeignete Praxen für ihre Vorsorgeuntersuchungen zu finden. So täten sich beispielsweise körperbehinderte Frauen oft schwer, einen Gynäkologen oder eine Gynäkologin zu finden, deren Praxis Untersuchungsvorrichtungen für behinderte Menschen bereithält, sagte Bentele der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Das liege unter anderem daran, dass viele Einrichtungen nicht barrierefrei seien.

"Der Gesundheitsbereich ist ein besonders bitteres Beispiel, weil er solidarisch von allen Versicherten finanziert wird, aber nicht alle die gleichen Rechte haben", kritisierte die ehemalige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung. Die Corona-Pandemie belaste sie nun zusätzlich: Sie höre vermehrt, dass behinderte Menschen gebeten werden, nicht in die Kliniken zu gehen, um sich behandeln zu lassen, sagte die in Lindau geborene ehemalige Biathletin und zwölffache Siegerin der Paralympics. Dabei sei es auch jenseits der Krise für behinderte Menschen schon schwierig genug, ihre Gesundheitsversorgung sicherzustellen.