Nürnberg (epd). Eine Mobilitätswende für den Klimaschutz muss nach Auffassung des Bund Naturschutz in Bayern so gestaltet werden, dass Kinder und Jugendliche nicht auf die Eltern als Chauffeure angewiesen sind. Der Vorsitzende des Umweltverbands Richard Mergner hat am Dienstag bei einer Pressekonferenz daher Reaktivierungen früherer Bahnstrecken, mehr elektrifizierte Strecken und einen Stopp aller Straßenbauprojekte des Bundes und des Freistaats verlangt.

Mit der neuen Ampel-Koalition würden sich für den Klimaschutz, den Flächenschutz und die Energiewende neue Türen öffnen, sagte Mergner. Hoffnung mache er sich auch für die bäuerliche Landwirtschaft. Die neue Bundesregierung stelle hier beispielsweise mit dem neuen Tierwohllabel die Weichen richtig. Mergner forderte Förderrichtlinien für die Landwirtschaft, die sich nicht nach Flächen, sondern nach dem Beitrag der Betriebe zum Gemeinwohl, dem Schutz des Trinkwassers oder der Tierhaltung richteten.

Enttäuscht zeigte sich Mergner vom bayerischen Klimaschutzgesetz. Es sei nicht geeignet, das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Geschäftsführer Martin Geilhufe ergänzte, von dem, was in dem Gesetz stehe, sei "nach wie vor noch nicht viel" umgesetzt. Die Pläne müssten endlich mit Geldzusagen hinterlegt werden. Solange dies nicht geschehe, werde man "den Finger in die Wunde legen".

Einen Schwerpunkt will der BN im kommenden Jahr auf den Einsatz für eine Bürger-Energie setzen. Die Menschen müssten die Möglichkeit haben, sich an Photovoltaik oder Windenergie zu beteiligen. So werde deutlich, dass sich ökologische und soziale Fragen nicht ausschließen. In der Vergangenheit aber hätten von Energiegewinnen nur große Investoren profitiert.