Augsburg (epd). Mehr als 70 Veranstaltungen finden rund um das diesjährige Augsburger Friedensfest (8. August) statt. Das bunte Rahmenprogramm mit Gottesdiensten, Lesungen, Konzerten und Ausstellungen habe bereits im Juli begonnen, teilte das Augsburger Friedensbüro mit. An den Veranstaltungen beteiligen sich kirchliche, städtische und kulturelle Einrichtungen. Das Friedensbüro und die Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg, vhs Augsburg und Universität Augsburg organisieren beispielsweise am 26. Juli einen Interreligiösen Frauendialog. Und bei einer Podiumsdiskussion am 27. Juli im Evangelischen Forum Annahof soll über die Sicherheitspolitik in Deutschland und Europa diskutiert werden.
Im August bietet die ökumenische Initiative "punkt7" am Vorabend des Friedensfestes (7. August, 19 Uhr) ein multireligiöses Friedensgebet auf dem Rathausplatz. Am 8. August selbst sollen ökumenische Gottesdienste in der Basilika St. Ulrich und Afra und ein Familiengottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche stattfinden. Die evangelische Kirche St. Andreas biete nach ihrem Gottesdienst einen Jazz-Brunch an.
Wer mehr über die Geschichte des Friedensfestes wissen möchte, kann sich am Festtag Jens Colditz, dem Rektor der Diakonissenanstalt, bei seiner "evangelischen Stadtführung" anschließen. Er berichte ab 13 Uhr (Treffpunkt Annahof), wie der 8. August vom evangelischen zum multireligiösen Feiertag wurde, hieß es weiter. Um 20 Uhr soll es in der Annakirche ein Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach geben.
Das Augsburger "Hohe Friedensfest" ist ein weltweit einzigartiger Feiertag und fand erstmals am 8. August 1650 statt. Die Evangelischen der Stadt feierten damals mit Dank- und Friedensgebeten das Ende ihrer Unterdrückung. Was als Fest der Protestanten begann, hat sich heute zu einem Fest der Vielfalt entwickelt, bei dem Menschen verschiedener Kulturen und Religionen gemeinsam das friedliche Miteinander feiern. Seit 1950 ist der 8. August in Augsburg ein gesetzlicher Feiertag, seit 2018 gehört das Friedensfest zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.