München (epd). Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) hat einen effektiven Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung angemahnt. Der Freistaat habe im Februar 2021 ein Netzwerk von Pilotprojekten zum Schutz betroffener oder bedrohter Mädchen und Frauen gegründet, sagte sie am Samstag mit Blick auf den "Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung" am 6. Februar. In Bayern gebe es momentan in München, Ingolstadt, Neu-Ulm und Regensburg/Landshut niedrigschwellig passgenaue Beratungs- und Präventionsangebote, hieß es.

Das Netzwerk sei ein "deutliches Signal, dass wir gemeinsam mit den weiteren Aktiven gegen diese grausame Menschenrechtsverletzung etwas bewirken," sagte Trautner. Das vom Sozialministerium geförderte Netzwerk basiere auf zwei Säulen: Zum einen auf der direkten Hilfe durch Anlaufstellen vor Ort und zum anderen auf Angeboten für Kulturmittlerinnen, Multiplikatorinnen und Fachkräfte, um sich fortzubilden und zu vernetzen. Diese Angebote trügen auch dazu bei, das Thema weibliche Genitalverstümmelung in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.

Schätzungen der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" aus dem Jahr 2020 zufolge sind alleine in Bayern rund 12.600 Frauen von Genitalverstümmelung betroffen und rund 3.300 Mädchen davon bedroht.