Nürnberg, München (epd). Die Tafeln in Bayern bekommen zusätzliche 300.000 Euro für ihre Arbeit. Dies hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag bei einem Besuch der Tafel in Nürnberg zugesagt, bestätigte der Tafel-Landesverband auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd).
Das bayerische Sozialministerium teilte mit, mit der zusätzlichen Förderung gebe der Freistaat im Jahr 2022 750.000 Euro für die Arbeit der Tafeln. "Es wartet leider ein schwerer Winter. Die Teuerung bei Energie und Nahrungsmitteln wird zum großen Problem", sagte Söder. Er wiederholte seine Forderung nach Steuersenkungen für alle Lebensmittel.
Auch in Bayern spürten die Menschen die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Lebenshaltungskosten und suchten Unterstützung bei den Tafeln, sagte die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU), mit der Söder nach Nürnberg gekommen war. Insbesondere in den Ballungsräumen steige die Zahl der Bedürftigen, zugleich fehle es aber an Lebensmittelspenden. Scharf hob das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafeln hervor. Sie seien oft an der Belastungsgrenze tätig, um anderen Menschen zu helfen.
Rund 7.000 Ehrenamtliche arbeiten den Angaben nach in Bayern in mehr als 170 Tafeln und unterstützen über 200.000 Menschen. In einem Gespräch mit dem epd hatte die stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands der Tafeln in Bayern, Elke Bollmann (Erlangen), am Donnerstag eine verlässliche finanzielle Hilfe vom Staat für die Tafeln gefordert. "Wenn die Tafeln in der aktuellen wirtschaftlichen Situation weiter ein Player sein sollen, darf es nicht nur kurzfristige Mittel geben", sagte sie.