München, Erlangen (epd). Mehr Mittel für die psychosoziale Beratung für Studentinnen und Studenten in Bayern hat die Landesstudierendenvertretung gefordert. Die Pandemie habe die Situation gleich doppelt verschlimmert, heißt es in einer Mitteilung vom am Mittwoch. Es wachse in ganz Bayern die Zahl der in Anspruch genommenen Beratungsstunden. Sie seien beispielsweise beim Studentenwerk Erlangen Nürnberg im Jahr 2020 um elf Prozent angestiegen, 2021 gar um 25 Prozent.

Einerseits müssten Studierende mit ihren Sorgen allein klarkommen. Die normalen sozialen Netze können sie wegen der Pandemie nicht mehr nutzen. Das Online-Studium isoliere. Andererseits würden die Probleme größer, dass Jobs wegfielen, Studieninhalte im Selbststudium gelernt werden müssten oder Prüfungen nicht abgelegt werden könnten, sagte Johanna Weidlich, Sprecherin der bayerischen Landesstudierendenvertretung.

Das Angebot der psychosozialen Beratung werde zum größten Teil von den Studierendenwerken getragen. Diese stemmten mehr als die Hälfte dieses Angebots aus ihren eigenen Mitteln. Daher gebe es beispielsweise in Passau nur eine einzige Fachkraft für die gesamte Universität für knapp 12.000 Studierende. Lange Wartezeiten könnten für Studierende, die Hilfe benötigen, dazu führen, dass sie nicht erfolgreich das Semester oder gar das Studium abschließen könnten.

Die Bayerischen Studentenwerke, das Deutsche Studentenwerk und die Landes-ASten-Konferenz Bayern habe bei ihren Stellungnahmen zum Bayerischen Hochschulinnovationsgesetz gefordert, die psychologische Betreuung als Aufgabe der Studierendenwerke anzuerkennen und staatlich zu bezuschussen, heißt es in der Mitteilung weiter. Bisher sei nicht bekannt, ob das Staatsministerium dem Folge leisten werde.