München (epd). Die Beschäftigten in der Langzeitpflege erhalten in Bayern häufiger Tariflöhne als im bundesweiten Durchschnitt: Während rund 40 Prozent der Mitarbeitenden bei Pflegediensten und in Altenheimen in Bayern Tarifgehälter bekommen, sind es bundesweit nicht einmal ein Drittel, teilte die Krankenkasse AOK Bayern am Montag in München mit. Die bundesweite Erhebung liefert dem AOK-Bundesverband zufolge erstmals einen Überblick über die Tarifbindung in der Langzeitpflege.
Der Erhebung zufolge liegt der durchschnittliche Stundenlohn über alle Beschäftigtengruppe in der Langzeitpflege in Bayern bei im Schnitt 20,24 Euro - bundesweit sind es 18,95 Euro. Unterschiede gibt es zwischen Ost und West: Während die durchschnittliche Entlohnung im Osten bei 17,98 Euro pro Stunde liege, seien es im Westen 20,19 Euro. Eine Aussage darüber, wie hoch die durchschnittliche Entlohnung in den nicht-tarifgebundenen Einrichtungen ist, liefert die Erhebung aber nicht.
Wie es in der Erhebung der AOK weiter heißt, unterliegen 70 Prozent der Einrichtungen, die einen Tariflohn bezahlen, kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen. Die übrigen 30 Prozent sind an Haus- oder Flächentarifverträge gebunden. Die Ergebnisse zeigten, dass es bei der Tarifbindung in der Pflege "noch viel Luft nach oben" gibt, sagte AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann. Die Ergebnisse seien "ein wichtiger erster Schritt" zu einer angemessenen Bezahlung des Pflegepersonals.
Nach Beschluss der alten Bundesregierung werden ab September nur noch Pflegeeinrichtunxxxxgen zur Versorgung zugelassen, die ihre Pflege- und Betreuungskräfte mindestens in Tarifhöhe bezahlen. Mit Blick auf die zu erwartenden steigenden Kosten durch eine bessere Bezahlung der Beschäftigten ab September forderte Reimann eine finanzielle Entlastung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Dazu soll der Bund künftig versicherungsfremde Leistungen bezahlen.