Würzburg (epd). Der Anblick von Gesichtsmasken kann bei ohnehin von der Pandemie besorgten Menschen eine regelrechte Corona-Angst auslösen. Ein internationales Forscherteam rund um den Würzburger Psychologen Anand Krishna hat in einer internationalen Studie herausgefunden, dass viele Menschen den Sinn der Maskenpflicht zwar einsehen, wie die Uni Würzburg am Mittwoch mitteilte. Allerdings stünden Menschen, die ohnehin Angst vor einer Covid-19-Erkrankung haben, nicht etwa Menschen ohne Maske besonders ängstlich gegenüber - sondern eher jenen mit Masken.

Die Mund-Nasen-Maske könne bei ängstlichen Menschen "zu einer Vermeidungshaltung führen", sagte Krishna. Nämlich immer dann, wenn sie "als Erinnerung an die drohende Infektionsgefahr wahrgenommen wird". Das heißt: Die Maske löst sozusagen als Symbol in den Köpfen mancher Menschen verschiedene Reaktionen aus. Bei nicht wenigen rufe sie auch spontane Corona-Ängste hervor. An der Studie nahmen 147 Personen zwischen 18 und 25 Jahren sowie 150 Personen ab 60 Jahren teil. Ein großer Teil der Befragten kam dabei aus Großbritannien, teilte die Hochschule mit.

Ein weiteres Ergebnis der Studie, die im Fachjournal "Cognitive Research" veröffentlicht wurde: Jüngere sind ängstlicher als Ältere. Das könnte zum einen daran liegen, dass sie mehr Medien konsumieren und somit mehr mit Corona-Informationen wie etwa den Todeszahlen konfrontiert wurden. Zu vermuten steht laut Krishna aber auch, dass Seniorinnen und Senioren "tendenziell optimistischer" sind. Der Psychologe fordert, dass die Politik der Maske ihren Schrecken nehmen müsse - etwa mit Sprüchen wie "Mit Maske sicher", analog zum Slogan "Mit Abstand sicher".