Würzburg (epd). Die Stadt Würzburg wehrt sich gegen den Vorwurf des Bunds Naturschutz (BN), im Stadtgebiet würden im bayernweiten Großstädte-Vergleich überdurchschnittlich viele Bäume gefällt. Der BN hatte Würzburg am Donnerstag besonders hohe Fällzahlen vorgehalten: Obwohl die Stadt am Main nur die achtgrößte Stadt Bayerns ist (rund 127.000 Einwohner), habe sie mit 10.600 Bäumen in den Jahren 2011 bis 2021 die drittmeisten Fällungen unter allen 17 befragten Städten vorgenommen. Die Stadt hat nun den BN wegen "fehlender Sorgfalt" bei der Auswertung der Daten scharf kritisiert.

"Insgesamt ist die Vergleichbarkeit der Daten unseres Erachtens sehr überschaubar", teilte die Stadt dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage am Freitag mit. Befragt hatte der BN zum Thema die 15 größten Städte Bayerns sowie alle Städte mit Sitz einer Bezirksregierung - insgesamt also 17 Kommunen. Zwei Städte hätten nicht auf die BN-Anfrage reagiert und stünden in der Außenwirkung nun vergleichsweise gut da. Dass in Würzburg schon Bäume ab 60 Zentimeter Stammumfang erfasst würden, andernorts aber erst ab 80 Zentimeter, habe der BN ebenfalls nicht berücksichtigt.

Gänzlich falsch sei außerdem eine Aussage, die der BN zu den von 2011 bis 2021 im Stadtgebiet gefällten 10.660 Bäumen mache: "ohne private Baumaßnahmen." Der BN habe dabei "offensichtlich die privat gefällten Bäume mitgezählt". Aus dem von der Stadt an die Naturschützer gelieferten Zahlenwerk hätte man diese falsche Angabe erkennen können, sagte ein Stadtsprecher. Die deshalb nun entstandenen "schlechten Schlagzeilen" konterkarierten "die gewissenhafte Arbeit", die vom Würzburger Gartenamt und der Unteren Naturschutzbehörde geleistet werde, hieß es.

Laut BN sind in den größten bayerischen Städte zwischen 2011 und 2021 bis zu 300.000 Bäume gefällt und deutlich weniger Neuanpflanzungen vorgenommen worden. Nachpflanzungen könnten den Verlust alter Stadtbäume ohnehin "in keinster Weise ausgleichen", denn es dauere Jahrzehnte, bis nachgepflanzte Bäume eine entsprechende Wirkung auf das Mikroklima einer Stadt haben. Bäume seien "natürliche Klimaanlagen", urteilte der BN. Die Naturschützer gaben bei der Präsentation der Zahlen am Donnerstag bereits selbst zu: Die Datenlage bei dem Thema sei "sehr diffus".