Nürnberg (epd). Das Deutsche Spielearchiv Nürnberg hat eine bedeutende Sammlung von Gesellschaftsspielen aus Privatbesitz übernommen. Es handelt sich um 5.000 Gesellschaftsspiele, vorrangig aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, des Detmolder Sammlers Dieter Mensenkamp, teilte die Stadt Nürnberg am Donnerstag mit. Etwa ein Viertel der Spiele stamme von früheren Spieleverlagen wie Klee, Spear, Bing und anderen, die die Entwicklung und den Ruf Nürnbergs als Ort der Spieleproduktion geprägt hätten.

Im Deutschen Spielearchiv werden den Angaben zufolge inzwischen etwa 40.000 Gesellschaftsspiele aus fünf Jahrhunderten bewahrt. Den neuen Sammlungsbestand werde man wissenschaftlich unter anderem in Kooperation mit dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg aufarbeiten. Geplant seien ein mehrjähriges Habilitationsprojekt zum Thema Spielfiguren und verschiedene andere Projekte von Studierenden.

Die Neuzugänge aus der Sammlung Mensenkamp sollen schrittweise auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine erste kleine Kabinettausstellung mit ausgewählten Spielen, insbesondere solchen mit Nürnberg-Bezug, sei vom 6. Februar bis voraussichtlich Ende des Jahres im Spielesaal des Pellerhauses in Nürnberg zu sehen, teilte das Spielearchiv mit. Die Ausstellung ist zu den Spielenachmittagen jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Auch eine Online-Ausstellung würdigt die Sammlung. Sie ist über die kostenlose App des Kulturportals Google Arts & Culture oder über die Homepage von artsandculture zu sehen.