Frankfurt a.M., Neuendettelsau (epd). Die Theologin Renate Jost (66) ist neue Vorsitzende des "Vereins zur Förderung Feministischer Theologie in Lehre und Forschung". Die emeritierte Professorin für Feministische Theologie und Gender Studies an der Augustana-Hochschule im mittelfränkischen Neuendettelsau sei von der Mitgliederversammlung einstimmig gewählt worden, teilte der Verein am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Sie folge auf die Rüsselsheimer Pfarrerin Hanne Köhler, die nach 16 Jahren in dem Amt verabschiedet wurde.

Die in Darmstadt geborene Renate Jost war von 1984 bis 1988 Gemeindepfarrerin in Frankfurt und von 1989 bis 1993 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Altes Testament an der Goethe-Universität. 1994 erfolgte die Promotion zum Doktor der Theologie. Von 1993 bis 1997 war sie Studienleiterin am Frauenstudien- und -bildungszentrum der Evangelischen Kirche in Deutschland in Gelnhausen. Anschließend führte sie der Weg nach Neuendettelsau. Zuerst als Dozentin, nach ihrer Habilitation 2003 als Professorin für Feministische Theologie und Theologische Frauenforschung, später auch Gender Studies.

Der "Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Lehre und Forschung" wurde 1996 an der Goethe-Universität Frankfurt gegründet. Seit 2001vergibt er in zweijährigem Rhythmus einen Preis für wissenschaftliche oder projektbezogene Arbeiten auf dem Feld der Feministischen Theologe oder Gender Studies in der Theologie. Benannt ist er nach der 1999 verstorbenen Kirchenhistorikerin, Theologieprofessorin und ehemaligen Direktorin der Evangelischen Akademie Arnoldshain, Leonore Siegele-Wenschkewitz (1944-1999).