Nürnberg (epd). Für obdachlose queere Menschen soll es in Nürnberg bald eine spezielle Unterkunft geben. Die Eröffnung des Quartieres sei für Januar oder Februar geplant, sagte die Nürnberger Sozialreferentin Elisabeth Ries auf epd-Anfrage am Freitag. Die Sozialreferentin hat dem Sozialausschuss einen Bericht vorgelegt, nachdem Studien gezeigt hätten, dass in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe "LSBTI*-Feindlichkeit in einem deutlich wahrnehmbaren Maß auftritt". Auch in Nürnberg hätten Betroffene Vergleichbares erlebt, die Beratungsstellen hätten einen Bedarf seit längerem beobachtet, so Ries.
Die vorhandenen Einrichtungen für wohnungslose Menschen seien auf queere Personen nicht ausreichend vorbereitet, weil in ihnen die Gäste meist in Mehrbettzimmern untergebracht seien, heißt es in dem Bericht. Oft fehlten hier Privatsphäre und Ruhe, und das biete Potenzial für Konflikte. Für die geplante "queere Pension" soll eine Etage in einem mehrstöckigen Gebäude in Laufnähe zum queeren Zentrum des Vereins Fliederlich angemietet werden. Fünf Einzelzimmer, ein Notfallzimmer, Küche, Aufenthaltsraum und Sanitäranlagen sind für den Unterschlupf vorgesehen. Die Bewohner hätten hier eine feste Meldeadresse, bis sie wieder eine eigene Wohnung oder Zimmer mieten könnten, so das Sozialreferat.
Fliederlich soll die psychosoziale Betreuung und Beratung übernehmen. Die Beraterinnen und Berater unterstützen, wenn die Klienten in der Familie oder im sozialen Umfeld abgelehnt werden, sie Mobbing oder Diskriminierung erleben. Bereits vor mehreren Jahren hat Nürnberg die erste und bislang wohl einzige Asylunterkunft deutschlandweit für queere Menschen eingerichtet. Sie werde gut akzeptiert, sagt Ries dem epd.