Tübingen (epd). Die Literaturwissenschaftlerin und Autorin Inge Jens ist tot. Sie starb am Donnerstag (23. Dezember) im Alter von 94 Jahren in Tübingen, wie der Rowohlt Verlag mitteilte. Mit ihren Studien zur Geschichte der NS-Widerstandsgruppe Weiße Rose und ihrem Werk zur Schriftstellerdynastie Mann habe Inge Jens, die mit dem renommierten Publizisten und Tübinger Universitätsprofessor Walter Jens (1923 - 2013) verheiratet war, "wichtige Bausteine zur Erinnerungskultur" in Deutschland beigesteuert.

Breite Beachtung fand Inge Jens mit ihrem Buch "Frau Thomas Mann" (2003), das sie zusammen mit ihrem Mann Walter verfasst hatte, und ihren Werken "Unvollständige Erinnerungen" (2009) und "Langsames Entschwinden", in denen sie sich mit der fortschreitenden Demenz von Walter Jens auseinandersetzte.

Neben ihrem schriftstellerischem Schaffen engagierte sich Inge Jens aktiv in der Friedensbewegung und trat gegen Atomwaffen ein. 1984 beteiliget sie sich an Sitzblockaden vor dem Atomwaffendepot in Mutlangen. 1990 kam sie mit ihrem Mann in die Schlagzeilen, als sie einem während des Golfkriegs desertierten US-amerikanischen Soldaten Obdach in ihrem Haus gewährten.

Die gebürtige Hamburgerin Inge Jens soll nach Aussage ihres Sohnes in dem Ehrengrab auf dem Tübinger Stadtfriedhof an der Seite ihres Mannes Walter bestattet werden.