Mit ökumenischen Segnungen der Donau erinnern heute die christlichen Kirchen in Regensburg und Niederalteich (Kreis Deggendorf) an die Verantwortung für die Schöpfung und die Bewahrung des Friedens in der Welt. Dabei wird dreimal ein hölzernes, an einem Seil befestigtes Kreuz in die Fluten geworfen. Ebenso wird im niederbayerischen Fischhaus der Fluss Ilz gesegnet. Ab 16 Uhr setzen dort Kinder und Erwachsene Schwimmkerzen in die Ilz.
An der Zeremonie in Regensburg nehmen der katholische Bischof Rudolf Voderholzer, die stellvertretende evangelische Dekanin Bärbel Mayer-Schärtel und der Archimandrit Petros Klitsch von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland teil. Die Flusssegnung beginnt um 15 Uhr mit einer ökumenischen Vesper im Dom, bei der auch der Byzantinische Kantorenchor München singt. Gegen 16 Uhr werde nach orthodoxer Tradition das Donauwasser an der Steinernen Brücke gesegnet, sagte ein Bistumssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd).
An der diesjährigen Flusssegnung in Niederalteich nehmen neben Dekan Heinrich Blömecke und Pfarrerin Astrid Sieber (Hengersberg) auch Pfarrer Josef Göppinger (Regen) und Domkapitular Heribert Schauer (Neuötting) teil. Letzterer werde auch am Donauufer predigen, sagte eine Sprecherin des Ökumenischen Arbeitskreises "Lebendige Donau". Beginn ist um 17 Uhr mit Hymnen, Psalmen und Lesungen nach orthodoxem Ritus. Auf die Lichterprozession zur Niederaltaicher Basilika und einen Vespergottesdienst werde aufgrund der Corona-Beschränkungen verzichtet.
Die Flusssegnungen in Niederalteich hatte der inzwischen verstorbene Altabt von Niederaltaich, Emmanuel Jungclaussen, im Jahr 1994 zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Norbert Stapfer ins Leben gerufen. Sie wurden zum Höhepunkt der monatlichen Donaugebete des Arbeitskreises, der sich für den Erhalt der letzten 70 Kilometer frei fließender Donau im Isarmündungsgebiet bei Niederalteich einsetzte.
Die Flusssegnungen gehen zurück auf einen Ritus der orthodoxen Kirche, die alljährlich am ersten Sonntag nach Epiphanias (6. Januar) an die Taufe Jesu im Jordan erinnert. In allen orthodoxen Kirchen wird an diesem Feiertag eine Segnung des Wassers zelebriert.