Nürnberg (epd). Ausstellungen mit viel Gegenwartsbezug und Albrecht Dürer stehen im Jahr 2022 in den sieben Museen, drei Sammlungen und den beiden historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Nürnberg an. Mit Teilnahmemöglichkeiten für die Gäste, Selbstreflexion sowie Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen wolle man in den Häusern auch den niedrigen Besucherzahlen im dritten Corona-Jahr trotzen, kündigte der Leiter der Nürnberger städtischen Museen, Thomas Eser, am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresprogramms an.

Hatten die städtischen Einrichtungen im Jahr 2019 mit knapp 800.000 Besucherinnen und Besuchern noch ein Rekord-Hoch erreicht, schrumpfte diese Zahl im Jahr darauf um rund 70 Prozent, im Jahr 2021 noch einmal um ein Viertel auf letztlich rund 175.000 Gäste. Eser machte Lockdowns, Begrenzung der Personenkapazitäten sowie strenge Regeln für diesen Rückgang verantwortlich.

Mit Albrecht Dürer rückt im Mai ein Nürnberger Klassiker in den Fokus einer Ausstellung im Dürer-Haus. Dort beschäftigt man sich ausgehend von der jüngsten Entdeckung eines Dürer-Werkes im Wiener Stephansdom auf unterschiedliche Forschungsstände der Biographen und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Maler. Ab Oktober werden am selben Ort wechselnde Druckgrafiken gezeigt.

Dem Rechtsterrorismus und den Verschwörungstheorien ab 1945 bis heute widmet sich eine Schau im Memorium Nürnberger Prozesse. Beispiele aus Nürnberg und der Region sollen nationalen wie internationalen Fällen gegenübergestellt werden. Leiter Imanuel Baumann erklärte, man wolle auch die Geschichten der Opfer von Anschlägen vorstellen und sich anhand des Saals 600 - in dem die Nürnberger Prozesse stattfanden - selbst hinterfragen, wie rechtmäßig die Mittel zur Aufarbeitung von Recht seien.

Bilder von Mitgliedern des Vereins "Fotoszene" aus Nürnberg oder eine Gegenüberstellung von Aquarellen des Nürnberger Künstlers Georg Schmidt und Fotos dessen Bruders Ferdinand sollen anregen, sich mit der eigenen Stadt auseinanderzusetzen. Im Museum Industriekultur werden die Arbeiten professioneller Pressefotografen aus ganz Bayern gezeigt. Skulpturen von Michaela Biet sind im Museum Tucherschloss und seinem Garten zu sehen. Karin Falkenberg, Leiterin des Spielzeugmuseums, kündigte an, dass sich nicht nur ihre Einrichtung mit den Themen Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber der Wirkungsgeschichte von Exponaten befasse.