Nürnberg (epd). Einen Erinnerungsort für die Opfer des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) und ein Dokumentationszentrum will die neue Bundesregierung laut ihrem Koalitionsvertrag unterstützen. Die Nürnberger SPD-Fraktion hat für einen solchen Ort jetzt Nürnberg ins Gespräch gebracht. Die Stadt müsse an dieser Initiative mitwirken und Gespräche mit der Bundesregierung führen, fordern die Fraktionsvorsitzenden Thorsten Brehm und Anja Prölß-Kammerer. "Als Stadt, in der schreckliche NSU-Morde begangen wurden, haben wir eine besondere Verantwortung, uns aktiv zu beteiligen und Nürnberg auch als Standort vorzuschlagen. Das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig", heißt es in einer Mitteilung vom Freitag.

Ein mögliches Dokumentationszentrum könnte auch mit einer Aufklärungs- und Forschungsstelle zum Thema "Rechtsextremismus" verbunden werden, so der Vorschlag. So könne nicht nur an die Morde des NSU erinnert, sondern auch daran gearbeitet werden, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholten.

Der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) werden zehn Morde zugeschrieben. Getötet wurden zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen, davon drei in Nürnberg und zwei in München. Dem Terrornetzwerk werden zudem Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle zugeordnet. Im November 2011 flog die Gruppe auf.