Würzburg (epd). Die Evangelische Studierendengemeinde (esg) in Würzburg bekommt Zuwachs: Nach mehr als eineinhalb Jahren Vakanz einer vollen Pfarrstelle werden Pfarrerin Eva Mundinar (35) und Pfarrer Johannes Körner (40) sich diese ab 1. September teilen und damit den bisher schon an der esg tätigen Pfarrer Matthäus Wassermann (55) unterstützen. Mundinar und Körner kennen sich bereits gut - sie haben in den vergangenen dreieinhalb Jahren ihren Probedienst gemeinsam in der Gemeinde der Hoffnungskirche im Würzburger Stadtteil Versbach absolviert.
Körner und Mundinar sind eher zufällig auf die vakante esg-Stelle gestoßen, sagten beide dem Evangelischen Pressedienst (epd) - schließlich lag die offizielle Stellenausschreibung schon viele Monate zurück. Dass die an sich attraktive esg-Pfarrstelle so lange nicht besetzt werden konnte, lag nach Einschätzung von Pfarrer Matthäus Wassermann sicher auch an der Landesstellenplanung. In diesem Prozess legen die evangelischen Dekanate fest, welche Pfarrstellen in den kommenden Jahren in welchem Umfang erhalten bleiben und welche eventuell auch nicht.
Körner sagte, für ihn sei die Stelle an der esg ein Glücksfall: "Ich probiere gerne ständig neue Dinge aus und ich habe große Lust, mit jungen Menschen zu arbeiten." Seine Pfarrerskollegin Eva Mundinar freut sich vor allem darauf, dass man in Studierendengemeinden "viel gestalten" und verändern kann, ohne zu viel Rücksicht auf "Eingefahrenes" nehmen zu müssen - denn die jungen Menschen in der Gemeinde wechseln fortlaufend. Das bestätigt auch Wassermann: "Man hat an der esg sehr viel Gestaltungsspielraum - das ist mitunter aber auch eine Herausforderung."
Während Körner neben seiner halben esg-Stelle weiter an seiner Promotion arbeiten und sich um seine Familie kümmern will, wird Mundinar auf einer zweiten halben Stelle Religionsunterricht an der Berufsschule in Karlstadt (Kreis Main-Spessart) geben. Beide wollen nun erst einmal hören, was die Studierenden an der esg "brauchen und von uns erwarten". Sie bringen aber auch einige Ideen mit: "Warum feiern wir nicht mal in Kneipen Gottesdienste?", fragt Johannes Körner. Dort könne man auch mit Kirchenfernen "über Gott und die Welt ins Gespräch kommen".