Eichstätt (epd). Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) plant eine fachübergreifende Online-Plattform zum Östlichem Christentum mit dem Titel "Eastern Christian Studies". Das Ziel sei, Expertise zum östlichen Christentum international zu bündeln und frei zugänglich zu machen, teilte die KU am Mittwoch mit. Auf dem dazugehörigen Online Campus sollen sowohl digitale Lehrformate als auch Angebote für die breite Öffentlichkeit entstehen.
Anders als in Westeuropa gewinne Religion global gesehen weiter an Bedeutung, auch im Hinblick auf die politischen Prozesse der jüngeren Zeit. Entwicklungen wie der Arabische Frühling seien fast ohne Ausnahme eng verknüpft gewesen mit religiös motivierten Diskussionen und Spannungen. Zudem lebten aktuell allein in Deutschland etwa zwei Millionen Mitglieder von orthodoxen Kirchen oder Ostkirchen. "Die größte Diözese der syrisch-orthodoxen Kirche ist mittlerweile das Bistum Deutschland mit etwa 100.000 Gläubigen", sagt Thomas Kremer, Professor für Theologie des Christlichen Ostens an der KU. "Es gilt, auch in der breiten Bevölkerung ein größeres Bewusstsein und Wissen für solche Hintergründe zu vermitteln."
Für das Projekt arbeitet die KU zunächst mit den Universitäten in München, Erlangen-Nürnberg und Halle-Wittenberg zusammen. International seien die Ukrainische Katholische Universität Lviv und die Université Saint-Esprit de Kaslik im Libanon in das Forschungsprojekt eingebunden. Das Online-Portal soll Forschung und Lehre mit dem Transfer von Wissen verknüpfen und durch ein Angebot für die Öffentlichkeit, wie Blogs, Podcasts, Autorenlesungen oder Online-Ausstellungen ergänzt werden.