Nürnberg (epd). Naturschützer können immer weniger Fröschen, Kröten oder Molchen über die Straße helfen. Wie der Bund Naturschutz in Bayern (BN) am Donnerstag mitteilte, hat sich die Zahl der geretteten Amphibien an manchen Orten gegenüber dem Vorjahr in diesem Frühjahr um die Hälfte reduziert. Das hätten die Erfahrungen von 20 Orts- und Kreisgruppen gezeigt. Der BN macht vor allen den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft für den Rückgang verantwortlich. Fröschen, Kröten und Molchen fehlten daher die Insekten als Beute.
"Die Zahlen sind ein deutliches Alarmzeichen", sagt der BN-Vorsitzende Richard Mergner laut Mitteilung. Nur wenn Feuchtlebensräume erhalten und neu geschaffen würden, könne verhindert werden, dass das Engagement der Umweltschützer für den Erhalt der Amphibien zunichte gemacht werde.
Der letzte Sommer sei zwar etwas regenreicher als die Sommer der Vorjahre gewesen, sagte Amphibienexperte Uwe Friedel vom BN. Aber eine erhoffte Erholung der Bestände habe sich zerschlagen. Ihm bereite Sorgen, dass selbst "Allerweltsarten" wie die Erdkröte und der Grasfrosch Jahr für Jahr weniger würden.
Der Naturschutzverband fordert daher mehr ökologische Landwirtschaft, Uferrandstreifen und die Verbesserung des Biotopverbundes. Auch natürliche Auen an bayerischen Flüssen mit natürlichem Hochwasserschutz könnten das Überleben der Amphibien sichern.