München (epd). Der Schriftsteller Eugen Gomringer ist mit dem Preis "Pro Meritis Scientiae et Litterarum" ("Für die Verdienste der Wissenschaft und Literatur") des bayerischen Kunstministeriums ausgezeichnet worden. Gomringer habe durch sein fortwährendes Engagement die bayerische Kunstszene bereichert, würdigte Kunstminister Bernd Sibler (CSU) laut Mitteilung vom Freitag den 97-jährigen Preisträger. Vor allem mit der "Konkreten Poesie", als dessen Begründer Gomringer gilt, habe er Literaturgeschichte geschrieben.
Gomringer kam in Bolivien zur Welt und lebt seit Jahrzehnten im oberfränkischen Rehau. Er begründete unter anderem die Zeitschrift "Spirale" und die "gomringer press", er war Kulturbeauftragter der Firma Rosenthal in Selb, Werbetexter und Professor für Theorie der Ästhetik an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Auch für seinen Wohnort Rehau engagierte er sich: Er baute dort zusammen mit seiner inzwischen verstorbenen Frau ein Archiv und umfängliche Sammlungen auf und begründete damit das international beachtete "institut für konstruktive kunst und konkrete poesie" (ikkp).
Siblers Laudatio wurde Gomringer am Donnerstag, als er seinen 97. Geburtstag feierte, in seinem Wohnort Rehau vorgetragen. Die Auszeichnung "Pro Meritis Scientiae et Litterarum" wird seit dem Jahr 2000 an herausragende Persönlichkeiten für deren Verdienste um Wissenschaft und Kunst verliehen.