München, Herzogenaurach (epd). Der Bayerischen Landesfrauenrat (BayLFR) kritisiert eine Werbung des Sportartikelherstellers Adidas als sexistisch. Seine Präsidentin, Monika Meier-Pojda, stützt sich auf die Medienwissenschaftlerin Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) beim Bayerischen Rundfunk. In der Werbekampagne für Sport-BHs, die 64 unterschiedlich geformte entblößte Brüste in verschiedenen Hautfarben zeigt, würden die Frauen "ent-individualisiert", stellte Götz fest. Wenn es wirklich darum ginge, auf reale Diversität und falsche Schönheitsideale aufmerksam zu machen, wären die Frauen als Individuen inszeniert. "Für diese Botschaft braucht es keine nackten Brüste, sondern eine Wertschätzung von Frauen, so wie sie sind: ein individueller, vor allem ganzer und auch im Sport zumeist angezogener Mensch."
Die aktuelle Adidas-Kampagne setze hingegen auf eine "Objektifizierung, die zum Betrachten und Abschätzen wie bei einer Fleischbeschau einlädt". Die Werbung solle verdeutlichen, dass es den einen "Normbusen" nicht gibt, hatte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen vergangenen Woche der Bild-Zeitung gesagt.
Der Bayerische Landesfrauenrat ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von derzeit 54 Landes-Frauenverbänden und Frauengruppen. Er vertrete insgesamt knapp vier Millionen Frauen in Bayern und ist überkonfessionell, überparteilich und unabhängig.