München (epd). Immer mehr junge Menschen lassen sich aufgrund akuter Atemwegsleiden krankschreiben. Einer aktuellen Analyse der Krankenkasse Barmer zufolge waren in der dritten Novemberwoche rund 51 von 1.000 unter 20-Jährigen aufgrund einer Atemwegserkrankung arbeitsunfähig - doppelt so viele wie bei den 20- bis 29-Jährigen. Auch alle älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren aufgrund dieser Diagnose deutlich seltener krankgeschrieben.
Insgesamt sei die Grippe- und Erkältungswelle aufgrund der Corona-Abstandsregeln im vergangenen Winter sehr moderat verlaufen, so die Barmer am Montag laut Mitteilung. Dass die jüngste Gruppe der Beschäftigten dennoch so viel stärker betroffen sei als andere, "mag auch mit deren Lebensgewohnheiten zu tun haben", erklärte Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern, Claudia Wöhler. In dieser Altersgruppe gehöre der Kontakt mit Gleichaltrigen zum Alltag und sei wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens. Das führe jedoch auch zu mehr Kranksein.
Nicht nur Altersunterschiede, auch große regionale Differenzen verzeichnet die Analyse: So waren in Bayern 27,1 je 1.000 Versicherte aufgrund einer Atemwegserkrankung krankgeschrieben, weniger als in den bundesweiten Spitzenreitern Sachsen (35,5), Thüringen (32,1) und Sachsen-Anhalt (27,9). Hingegen lag die Betroffenenrate im selben Zeitraum in Bremen mit 14,8 weniger als halb so hoch. Eine medizinische Erklärung für diese Unterschiede gebe es laut Barmer nicht.