München (epd). Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern begrüßt den Kurswechsel der CDU beim Tempolimit, warnt aber gleichzeitig davor, weiterhin auf Atomkraft zu setzen. In der aktuellen Situation der Mehrfach-Krisen müssten Maßnahmen ergriffen werden, die sich nicht widersprechen, sagte der Landesvorsitzender des BUND Naturschutz (BN), Richard Mergner, laut Mitteilung vom Montag. Nur die erneuerbaren Energien seien "im Gegensatz zur Atomkraft wirklich sicher und CO2-frei". Würde die Laufzeit für Atomkraftwerke verlängert werden, würde das Energiesparmaßnahmen und den Ausbau der erneuerbaren Energie bremsen, fürchtet er.
Erneuerbare Energien würden Deutschland zudem unabhängiger von sogenannten Unrechtsstaaten machen, so die Mitteilung. Deutschland beziehe nämlich Brennelemente für die Atomkraftwerke zu über 60 Prozent aus Krisenregionen wie Russland, Kasachstan oder dem Niger.
Die Einführung eines Tempolimits sei eine Maßnahme, die "leicht und ohne große Kosten" umzusetzen sei, erklärt der BN. Neben mehr Sicherheit und einem verbesserten Verkehrsfluss wirke sich ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde auf deutschen Autobahnen positiv auf die Einsparung von CO2-Emissionen aus. Rund drei Millionen Tonnen Kohlendioxid könnten laut Berechnungen des Umweltbundesamts jährlich eingespart werden. Auf die gesamten CO2-Emissionen der Pkw auf deutschen Autobahnen gerechnet wären das neun Prozent, hieß es.
In den vergangenen Tagen hatten sich mehrere führende CDU-Politiker offen für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen gezeigt. Grünen-Co-Chefin Ricarda Lang schloss im Gegenzug am Sonntag bei "Anne Will" einen Weiterbetrieb der letzten drei Atomkraftwerke nicht kategorisch aus.