München (epd). Das bayerische Kabinett hat in seiner Sitzung am Dienstag die Neugestaltung der beiden KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg beschlossen. Dies erfolge im Rahmen des bereits im Januar 2020 beschlossenen Gesamtkonzept Erinnerungskultur, teilte die Staatskanzlei mit. Der Freistaat stehe für eine lebendige Erinnerungskultur und wisse um seine historische Verantwortung, nachfolgenden Generationen umfassendes Wissen über das NS-Regime zu vermitteln, hieß es.
Konkret bedeutet dies, dass etwa auf dem Areal der KZ-Gedenkstätte Dachau die beiden in den 1960er-Jahren rekonstruierten Häftlingsbaracken neu in das Gesamtkonzept eingebunden werden sollen. Dabei soll das westliche Gebäude, das bislang nicht öffentlich zugänglich war, in ein neues Bildungszentrum mit multifunktionalen Gruppenräumen umgewandelt werden. Zudem werde die 2010/2011 begonnene Sanierung des Ostflügels des früheren Wirtschaftsgebäudes fortgesetzt.
In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg soll das historische Verwaltungsgebäude der Deutschen Erd- und Steinwerke (DESt) saniert werden - einem SS-Betrieb, der im anliegenden Steinbruchareal die systematische "Vernichtung der Häftlinge durch Arbeit" organisierte. Das Gebäude soll künftig eine zentrale Rolle bei der forschenden und vermittelnden Tätigkeit der Gedenkstätte tragen. Es wird deshalb teilweise öffentlich zugänglich sein - etwa für Ausstellungen, Führungen und Workshops.
Die SPD-Landtagsfraktion kritisierte die Ankündigungen der Staatsregierung als zu vage und mahnte ein belastbares Zukunftskonzept für die KZ-Gedenkstätte Dachau an. CSU und Freie Wähler drückten sich "um die wesentlichen Antworten herum", die Ankündigungen der Staatsregierung sind der SPD-Abgeordneten Margit Wild zufolge nicht mehr als Lippenbekenntnisse: "Die KZ-Gedenkstätte muss ein zeitgemäßes, konkretes und vor allem auch vollständiges Konzept erhalten."