München (epd). Die Zahl der Versammlungen gegen Corona-Maßnahmen ist nach mehreren ruhigen Monaten seit November deutlich gestiegen. Vor allem seien immer mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei solchen Veranstaltungen dabei, teilte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Es gebe Kundgebungen mit einer mittleren zweistelligen Teilnehmerzahl, aber auch Versammlungen mit mehr als 2.000 Personen.

Seit Anfang Dezember beobachte man "eine deutliche verstärkte Emotionalisierung" so der Sprecher. Das sei auch der Grund dafür, dass bei den Demonstrationen gegen Corona-Regeln mehr Straftaten und Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden seien. Häufigste Verstöße gebe es wegen Missachtung des Mindestabstands oder des Verstoßes gegen die Maskenpflicht.

Vereinzelt sei es auch zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Versammlungsteilnehmenden und Polizeikräften gekommen, hieß es. So wurden am Wochenende am Rand von Protesten in Schweinfurt zehn Menschen vorläufig festgenommen: Acht von ihnen hätten mit Schlägen und Tritten Beamte attackiert, teile die Polizei in der Nacht zum Montag mit. Zwei hätten versucht, ein Fahrzeug der Polizei in Brand zu stecken.

Auch Streit zwischen Versammlungsteilnehmenden und Gegendemonstranten gibt es dem Ministeriumssprecher zufolge immer wieder. Er stellte aber fest, "dass trotz des teils aggressiveren Gebarens die weit überwiegende Anzahl der Versammlungen zur Corona-Thematik friedlich oder mit nur geringfügigen Störungen verläuft".