München (epd). Zum Start der bayernweiten Impfwoche hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) für den Piks gegen krebserregende Humane Papillomviren (HPV) geworben. Die Erreger, die unter anderem Gebärmutterhalskrebs auslösen können, seien in der breiten Bevölkerung eher unbekannt, was sich auch in schlechten Impfquoten äußere, heißt es laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums vom Montag. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.
Übertragen werden die Viren vor allem beim Geschlechtsverkehr. 2019 waren in Bayern bei den 15-jährigen Mädchen rund 40 Prozent geimpft, bei 15-jährigen Jungen nur 3,6 Prozent. "Das ist zu wenig, denn Schätzungen zufolge infizieren sich 75 bis 80 Prozent der Menschen irgendwann im Leben mit dem Virus", sagte Holetschek.
Zwar bliebe die Mehrheit der HPV-Infektionen unbemerkt. Aber nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankten Jahr für Jahr rund 6.250 Frauen und 1.600 Männer in Deutschland an HPV-bedingtem Krebs. Allein 4.000 Frauen erhielten jedes Jahr die Diagnose Gebärmutterhalskrebs, rund 1.500 von ihnen, also fast jede dritte betroffene Frau, würde daran sterben. Holetschek: "Eine einfache Impfung, idealerweise im Kindes- und Jugendalter, schützt davor und gilt als gut verträglich."
Bereits vergangene Woche hatte die Krankenkasse DAK mitgeteilt, dass sich während der Corona-Pandemie weniger Kinder und Jugendliche gegen HPV impfen ließen. So sei die Erstimpfungsquote bei Mädchen im ersten Corona-Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent zurückgegangen.
Die sechste Bayerische Impfwoche findet vom 18. bis 24. Juli statt und wird veranstaltet von der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) und dem bayerischen Gesundheitsministerium.