München (epd). Der Journalist Georg Mascolo verlangt einen besseren Schutz der Arbeit von Journalistinnen und Journalisten mit den Mitteln des Strafrechts. In einem Gastbeitrag auf "sueddeutsche.de" vom Montag stellte sich Mascolo hinter den Vorschlag der hessischen Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), den Abschnitt im Strafgesetzbuch zu Straftaten gegen die öffentliche Ordnung um einen neuen Paragrafen 145e zu erweitern. Wer die Tätigkeiten der Presse "absichtlich und in grober Weise" stört, soll demnach zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder zu einer Geldstrafe verurteilt werden können.

Mascolo, der den Rechercheverbund des NDR, des WDR und der "Süddeutschen Zeitung" leitet, schreibt unter dem Eindruck der anhaltenden Proteste gegen die Corona-Politik, zu oft berichteten Journalisten, dass die Polizei nichts oder zu wenig tue, wenn sie zu Boden gerissen, geschlagen und ihre Kameras zerstört würden. Mit einer Änderung des Strafgesetzbuches würde laut Mascolo anerkannt, "dass die Garantie einer freien und ungehinderten Berichterstattung in diesem Land von herausragender Bedeutung ist".