München (epd). Der langjährige frühere Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, Dieter Schröder, ist tot. Er sei im Alter von 90 Jahren im oberbayerischen Bad Endorf gestorben, heißt es in einem Nachruf der Süddeutschen Zeitung vom Mittwochabend. Von 1952 bis 1995 habe er mit kleinen Unterbrechungen für die SZ gearbeitet. Ab 1976 war er als Außenpolitikchef Mitglied der Chefredaktion, ab 1985 dann alleiniger Chefredakteur.

Dieter Schröder wurde 1931 in Berlin geboren und sei ein politischer Journalist der alten Schule gewesen, heißt es in dem Nachruf weiter. Mit 23 Jahren habe er zwölf Jahre lang für die SZ in Bonn gearbeitet, 1964 wechselte er für zwei Jahre zum "Spiegel", 1964 kehrte er zur SZ zurück und war dort bis 1972 Korrespondent in London. Während dieser Zeit habe er die Erfahrungen gemacht für seine Rolle, "die es heute kaum mehr gibt" - die des Großleitartiklers und Chefredakteurs in Personalunion.

Schröder habe die SZ in die goldenen Zeiten des Tageszeitungsjournalismus geführt, heißt es weiter. Die Auflage sei gestiegen, das SZ-Magazin sei eingeführt worden und der Charakter der Zeitung als überregionales Blatt durch ein größeres Korrespondentennetz und eine nationale Ausgabe sei gestärkt worden.