Würzburg (epd). Nach mehreren finanziell extrem angespannten Jahren steuert das katholische Bistum Würzburg offenbar auf solidere Zeiten zu. Für 2022 rechne er mit rund 167 Millionen Euro Kirchensteuer, sagte der bischöfliche Finanzdirektor Sven Kunkel am Freitag. Insgesamt stünden knapp 197 Millionen Euro an geplanten Einnahmen für 2022 rund 200 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber. Die fehlenden drei Millionen Euro sollen aus den Rücklagen entnommen werden.
Bischof Franz Jung sprach davon, dass man "auch in diesem Jahr den Prozess der Konsolidierung unseres Haushaltes" fortsetzen wird. Vor einem Jahr habe man zwei harte Grundsatzentscheidungen verkünden müssen - zum einen, dass man sich von einem Teil der bistumseigenen Tagungshäuser und zum anderen, dass man sich soweit als möglich von Kita-Immobilien trennen muss. Finanzchef Kunkel erläuterte, dass das verhängte Baumoratorium des Bistums im Juli 2022 enden wird.
Auf der Ausgabenseite steht an oberster Stelle die Seelsorge in den Gemeinden, Pastoralen Räumen und Dekanaten mit mehr als 70 Millionen Euro, gefolgt von Bildung und Kultur mit rund 32,2 Millionen Euro, der Allgemeinen Seelsorge mit rund 23,6 Millionen Euro und der Caritas mit etwa 21 Millionen Euro. Bischof Jung sagte, es sei ihm ein Anliegen, all jenen zu danken, "die uns trotz allem, was nicht gut läuft, die Treue halten, sei es durch ihre Mitarbeit, sei es durch ihren Kirchensteuerbeitrag".
In den vergangenen Jahren hatten die Defizite im Würzburger Bistumshaushalt stets zweistellige Millionenbeträge erreicht: 2019 lag das Minus bei der Rekordsumme von 40,7 Millionen Euro, 2020 waren es mehr als zwölf Millionen Euro und für 2021 wurde mit etwas mehr als zehn Millionen Euro Defizit geplant.