Augsburg (epd). Aus historischer und aus heutiger Sicht werfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Podiumsgesprächs in Augsburg einen Blick auf jüdische Sportlerinnen und Sportler. Unter dem Motto "Im Sport vereint?" sprechen sie am Donnerstag, 28. Juli, 19 Uhr, über Zusammenhalt und Ausgrenzung, kündigt die Stadt Augsburg am Mittwoch an. Die Veranstaltung ist Teil des Kulturprogramms zum Augsburger Friedensfest 2022. Es findet in dem Lokal "11er Fußball.Kultur.Kneipe" statt.
Auf dem Podium sitzt Keren Vogler, Präsidiumsmitglied für die Bereiche Jugend, Prävention sexualisierter Gewalt und Teilhabe vom jüdischen Sportverein Makkabi. Vogler engagiert sich darüber hinaus stark in der Deutschen Sportjugend, wo sie gegenwärtig die Rolle der Sprecherin für Verbände mit besonderen Aufgaben innehat, heißt es in der Mitteilung. Ebenfalls von Makkabi ist Lasse Müller, der zum Thema "Antisemitismus im Amateurfußball" promoviert hat. Der dritte Teilnehmer ist Markwart Herzog, Sport-, Kultur- und Religionshistoriker. Seine Forschungen und Veröffentlichungen befassen sich unter anderem mit der Kultur- und Mediengeschichte des Sports, mit der Geschichte des Frauenfußballs und des Sports unter dem NS-Regime. Das Gespräch moderiert die Leiterin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben, Carmen Reichert.
Je mehr um die Wende zum 20. Jahrhundert hin jüdische Sportlerinnen und Sportler aus den bestehenden Turnvereinen ausgegrenzt wurden, desto mehr Vereine mit überwiegend oder ausschließlich jüdischen Mitgliedern seien entstanden, heißt zum Thema des Gesprächs in der Mitteilung. Auch heute gebe es im Sport Antisemitismus und auch heute gebe es wieder jüdische Sportvereine.