München (epd). Die Erzdiözese München und Freising will angesichts mangelnder Ressourcen neue Wege beschreiten. Dazu zählen die Aufgabe von Immobilien, mehr digitale und mobile Angebote etwa für Jugendliche sowie die Aufwertung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. "Wir haben erste wichtige Schritte hin zu einer nachhaltigen strategischen Orientierung der Erzdiözese getan", sagte Generalvikar Christoph Klingan mit Blick auf die Ergebnisse eines Gesamtstrategieprozesses am Donnerstag.

Innerhalb von 15 Monaten seien Leitlinien und Ziele entwickelt worden, um trotz zurückgehender Ressourcen auch künftig bestmöglich für die Menschen da zu sein. Hintergrund: Katholische wie evangelische Kirche sehen sich vermehrt mit Kirchenaustritten, schwindender Relevanz in der Gesellschaft und einer rückläufigen Zahl von Pfarrern konfrontiert.

Ein Pilotprojekt in der Erzdiözese München und Freising etwa befasst sich mit den Immobilien, um die hohe Baulast zu reduzieren. Grundsätzlich sollten Immobilien erhalten werden, wenn sie für seelsorgliche und andere kirchliche Angebote gebraucht würden. Sei das nicht der Fall, könnten die Gebäude aufgegeben oder gemeinsam mit ökumenischen oder kommunalen Partnern genutzt werden.

Außerdem sucht die Erzdiözese nach Wegen, um neue Relevanz zu gewinnen, heißt es weiter. Es solle mehr Projektarbeit geben, etablierte Angebote könnten durch innovative Formate ergänzt werden, digitale und mobile Angebote sollen einen flächendeckenden Zugang ermöglichen - also weg von der Konzentration auf einen festen Ort. Zudem sollten Ehrenamtliche gestärkt werden.

Zum Abschluss des Gesamtstrategieprozesses feiert der Münchner Erzbischof Reinhard Marx am kommenden Samstag (11. Dezember, 16 Uhr) im Münchner Liebfrauendom einen Gottesdienst, an dem auch die rund 125 Arbeitsgruppen- und Projektteammitglieder des Prozesses teilnehmen sollen.