Obersalzberg, Berchtesgaden (epd). Der neue Erweiterungsbau der Dokumentation Obersalzberg ist fertig. "Es war eine herausfordernde Baustelle. Umso mehr freue ich mich, dass wir einen so gelungenen Neubau übergeben können", sagte Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) laut Mitteilung vom Montag. Der Neubau war 2014 beschlossen worden, die Fertigstellung hatte sich in den folgenden Jahren aber immer wieder verzögert, etwa wegen Unstimmigkeiten mit den Planungsbüros.

Am Obersalzberg bei Berchtesgaden befand sich Adolf Hitlers Feriendomizil. Nach 1933 wurde das Haus zum zweiten Regierungssitz neben Berlin ausgebaut, am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es von den Alliierten zerstört. 1999 wurde die Dokumentation Obersalzberg als Lern- und Erinnerungsort für maximal 40.000 Besucher pro Jahr eingerichtet. Über die Jahr stieg die jährliche Besucherzahl auf mehr als 150.000.

Der nun fertiggestellte Erweiterungsbau sei in den steilen Hang gegenüber der bestehenden Dokumentation gebaut worden, in dem sich die unterirdischen Bunkeranlagen befinden, heißt es in der Mitteilung vom Montag weiter. Diese könnten künftig im Anschluss an die Ausstellung in einem barrierefreien Rundgang besucht werden. Der Neubau biete mehr als 1.000 Quadratmeter für Dauer- und Wechselausstellungen und einen neuen Filmraum für Vorträge und verschiedene Veranstaltungen.

Das Bestandsgebäude von 1999 soll nun bis Sommer 2022 zu einem Seminar- und Bildungszentrum umgebaut werden. Die bisher dort untergebrachte Dauerausstellung soll gänzlich neu konzipiert werden und im Erweiterungsbau untergebracht werden. Die vom Institut für Zeitgeschichte entwickelte Ausstellung solle unter dem Leitmotiv "Idyll und Verbrechen" wissenschaftlich-didaktische Geschichtsvermittlung auf höchstem Niveau bieten. Voraussichtlich 2022 will die Dokumentation Obersalzberg wieder die Tore für Besucher öffnen.