Bremen, München (epd). Das Deutsche Rote Kreuz hat am Mittwochabend in Bremen seinen insgesamt mit 12.000 Euro dotierten diesjährigen Medienpreis vergeben. Die Auszeichnung würdigte Beiträge, die aktuelle sozialpolitische Themen beleuchten und Menschen zeigen, die sich in unvorhergesehenen Lebenssituationen befinden. Sie wurde im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft in vier Kategorien für Print-, Hörfunk-, Fernseh- und Online-Arbeiten überreicht.

Als Hörfunk-Feature wurde ein Beitrag im Bayerischen Rundfunk von Christiane Hawranek, Claudia Gürkov und Melanie Marks ausgezeichnet. "Das Horrorheim" lautet die Überschrift ihrer Arbeit, in der es um profitorientierte Pflege auf Kosten der Betroffenen geht. Das Feature erzählt die Geschichte eines Pflegeheims in Bayern, in dem hilflose Seniorinnen und Senioren verhungert und verdurstet sein sollen.

Einen weiteren Preis erhielt Charly Kowalczyk mit einem Radio-Bremen-Feature unter dem Titel "Legale Ausbeutung" zur Situation osteuropäischer Leih- und Wanderarbeiter in Deutschland.

Im Print-Bereich waren Anna Petersen, Laura Treffenfeld und Lily von Consbruch erfolgreich. Sie haben in der "Lüneburger Landeszeitung" unter der Leitfrage "Was bedeutet Armut?" über Hilfen für wohnungslose Menschen geschrieben. Als beste Fernsehreportage ehrte die Jury das Stück "Schwarze Adler" des Berliner Dokumentarfilmers Torsten Körner. Darin erzählen schwarze Spielerinnen und Spieler aus Fußball-Nationalmannschaften ihre persönlichen Geschichten. Ein Preis für digitale Medien ging an die Hamburger Reporterin Julia Kopatzki, die bei "Zeit online" unter dem Titel "Frau Radix hat die Lösung" das Porträt einer Krankenhaus-Seelsorgerin veröffentlicht hat.

Die Gewinner wurden aus insgesamt 256 Einsendungen ausgewählt. Das Bremer Rote Kreuz organisiert den bundesweit ausgeschriebenen Preis seit 16 Jahren.