Straubing (epd). Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Niederbayern lobt zum nunmehr zweiten Mal den "Israel-Offman-Toleranzpreis" aus. Auf breiter gesellschaftlicher Basis will der Vorstand mit dem Projekt das Verständnis der Kulturen und Religionen untereinander fördern, sagte Vorstandsmitglied und Ruhestandspfarrer Hasso von Winning am Dienstag in Straubing. Die Auslobung in unmittelbarer Nähe zum Holocaustgedenktag (27. Januar) sei bewusst gewählt, um auch dem erstarkenden Antisemitismus in der Gesellschaft entgegenzutreten.
Einzureichen seien in diesem Jahr Werke aus der Sparte Bildnerisches Gestalten zum Jahresthema "anders schön!". Dazu gehöre auch ein schriftliche Begründung für das Projekt. Respekt sei mehr als die formale Rücksichtnahme, sagte von Winning: "Es ist die Begegnung mit dem, der scheinbar anders ist und dessen Schönheit ich entdecke."
Namensgeber für den Preis ist der Holocaust-Überlebende Israel Offman (1925-2018), der Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Straubing und auch Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland war. Offman überlebte die Konzentrationslager von Auschwitz, Sachsenhausen, Oranienburg und schließlich das Außenlager Ganacker bei Landau an der Isar. Als Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Straubing setzte er sich ein für den Fortbestand der Synagoge, die einzige noch erhaltene in Niederbayern.
Um gleiche Chancen für alle zu ermöglichen, werde es in diesem Jahr je drei Preise für die verschiedenen Altersgruppen Kinder, Jugendliche und Erwachsene geben. Das Preisgeld liegt laut Angaben bei insgesamt 2.550 Euro. Die eingereichten Beiträge werden am 23. Oktober in Straubing der Öffentlichkeit vorgestellt. Einsendeschluss ist der 31. Juli.