München (epd). Ukraine-Flüchtlinge, Corona-Pandemie, Energiekrise und die ansteigende Wohnungsnot sind für die Einrichtungen der Caritas München und Freising derzeit die größten Herausforderungen. Daneben kämpfe Oberbayerns größter Sozialverband mit Bürokratismus, auslaufenden Rettungsschirmen und dem anhaltenden Personal- und Fachkräftemangel, teilte die Caritas am Dienstag bei seiner Jahrespressekonferenz mit. Man tue aber alles, um auch im 100. Jahr des Bestehens schnell und flexibel auf die Sorgen und Nöte betroffener Menschen zu reagieren.
Es sei wichtig, dass alle Geflüchteten in Deutschland gleich behandelt werden und einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten, forderte Diözesan-Caritasdirektor Hermann Sollfrank. Es brauche mehr Integrationsangebote, Familiennachzug und Hartz-IV-Leistungen. Generell sei Deutschland ein Einwanderungsland und Zuwanderung die einzige Möglichkeit, damit "wir nicht unseren Wohlstand verlieren."
Die hohe Inflation und die stark steigenden Energiepreise um bis zu 400 Prozent seien nur ein Vorgeschmack darauf, was auf die Menschen an Belastungen zukomme. "Die rasant steigenden Preise werden zum sozialen Sprengstoff, wenn wir nicht gegensteuern", betonte er und forderte weitere Entlastungspakete.
Auch Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier warnte vor einer rasant wachsenden Welle der Armut. "Sowohl in München als auch in ländlich geprägten Gebieten hat sich die Anzahl der Kunden an unseren Lebensmitteltafeln in den vergangenen Wochen verdoppelt", sagte sie. Gleichzeitig gehe die Zahl der Warenspenden zurück.