München (epd). Die Intendantin des Bayerischen Rundfunks (BR), Katja Wildermuth, hält die traditionelle Gedächtnisvorlesung zum Gedenken an die NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose". In ihrer Rede wolle Wildermuth über die Herausforderungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Rolle der Medien in einer digitalen Welt sprechen, teilte die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) am Mittwoch mit. Die Gedächtnisvorlesung wird erstmals am 22. Februar um 22.45 Uhr auf ARD alpha ausgestrahlt, wiederholt wird sie am 23. Februar um 15 Uhr. Außerdem ist sie in der Mediathek abrufbar.

Angesichts der drohenden Zersplitterung der Öffentlichkeit brauche es einen verbindenden Kommunikationsraum für den demokratischen Austausch, ist Wildermuth laut Mitteilung überzeugt. Daher brauche es unabhängige und relevante Qualitätsmedien, die journalistische Standards hochhalten, verantwortungsbewusst sind, Fehler eingestehen und die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort kennen. "Es ging und geht beim Journalismus nie nur um das reine Handwerk, sondern immer auch um publizistische Verantwortung und publizistischen Ethos."

Die alljährliche Feierstunde erinnert an die Mitglieder der NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Vor 77 Jahren wurden die Geschwister Hans und Sophie Scholl, die auch an der LMU studierten und dort ihre Flugblätter gegen das NS-Regime verteilten, zusammen mit ihrem Freund Christoph Probst in Stadelheim von den Nationalsozialisten hingerichtet.