München (epd). Die Intendantin des Bayerischen Rundfunks (BR), Katja Wildermuth, will mit neuen Angeboten in den ARD-Mediatheken neue Nutzer und Nutzerinnen erreichen. "Wir müssen Zielgruppen erreichen, die uns nicht mehr auf linearen Wegen nutzen, und das in einer zunehmend zersplitterten Gesellschaft", sagte Wildermuth der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch) in München. "Das bedeutet eine Explosion an Inhalten."
Wenn man Inhalte in die Mediathek und Audiothek stelle, würden sie aktiv gesucht und weiterempfohlen, sagte sie. So bekämen Kulturdokumentationen, Hörspiele, Lesungen "eine ganz andere Aufmerksamkeit als im linearen Programm, wo etwas vielleicht weniger wahrgenommen wird oder untergeht".
Dennoch müsse man sich mit Blick auf Netflix und andere Angebote auch immer fragen: "Was machen wir, was andere nicht machen?" Als Beispiel nannte Wildermuth unter anderem die Serien "Servus Baby" und "Hindafing": "Wir machen 'Hindafing' statt 'Squid Game'", sagte die Intendantin.
Weiterhin kündigte Wildermuth eine "Regionalisierungsoffensive" des BR an, die sich vor allem in der Kultur-Berichterstattung zeige. "Wir wollen den Begriff Kultur bewusst über die Städte hinaus weiten." Man wolle gezielt die Kultur aus den bayerischen Regionen sichtbarer machen. Nutzer des öffentlich-rechtlichen Programmes blieben ihrem jeweiligen regionalen Programm sehr treu.
Wildermuth ist seit dem 1. Februar die erste Frau an der Spitze des BR. Sie wurde im Oktober 2020 zur Nachfolgerin von Ulrich Wilhelm gewählt. Zuvor war sie Programmdirektorin beim Mitteldeutschen Rundfunk. Von 2016 bis 2019 war sie Kulturchefin beim Norddeutschen Rundfunk. Als Programmbereichsleiterin verantwortete sie dort rund 40 TV-Formate für NDR, Das Erste und Arte.