München (epd). Auch für die Jahre 2025 bis 2030 bleibt es bei den traditionell späten Sommerferien-Terminen für Baden-Württemberg und Bayern. Die Kultusministerinnen und -minister der Länder hätten sich auf die Fortsetzung des "bewährten Ferienrhythmus" geeinigt, teilte das bayerische Kultusministerium am Freitag in München mit. Das heißt konkret, dass es jedenfalls bis zum Jahr 2030 dabei bleibt, dass die sechswöchigen Sommerferien in Bayern so spät starten wie in keinem anderen Bundesland - also frühestens Ende Juli, oftmals aber auch erst Anfang August.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sprach von einem "sehr erfreulichen" Ergebnis für die bayerischen Familien. Zudem hätten die Schulen "nach den Pfingstferien noch ausreichend Zeit für Unterricht, Prüfungen sowie Schulprojekte". Mit dieser Entscheidung sorge man "für zusätzliche Planungssicherheit für Schulen und Familien". Zugleich trage man mit dem späten Start bayerischer Sommerferien zur "Ausweitung des Gesamtferienzeitraums" vom 20. Juni bis 15. September und damit zu einer Entzerrung des Reiseverkehrs in den Sommermonaten bei, sagte Piazolo.

Ganz so harmonisch dürfte die Einigung zwischen den 16 Bundesländern aber nicht zustande gekommen sein - denn an der Sommerferien-Sonderrolle von Bayern und auch Baden-Württemberg hatten sich in den vergangenen Jahren immer mehr Länder gestört. Denn die Familien in beiden Ländern profitieren davon, dass das Ende ihrer Sommerferien teilweise schon in der günstigeren Nebensaison liegt. Die übrigen 14 Länder wechseln sich in einem rollierenden System ab, nur die beiden südlichen Länder bekamen bislang immer die spätesten Sommerferientermine.

Zur Begründung für diese Ausnahme wurde in Bayern früher die Tatsache herangezogen, dass viele Kinder im landwirtschaftlich geprägten Freistaat im Spätsommer bei der Ernte mithelfen mussten. In den vergangenen Jahrzehnten wurde immer damit argumentiert, dass in Bayern bei einem frühen Sommerferienbeginn der Abstand zu den traditionell zweiwöchigen Pfingstferien zu kurz wäre. Mit der nun gefundenen Einigung profitieren die bayerischen Schülerinnen und Schüler laut Piazolo "von einer gleichmäßigen, pädagogisch sinnvollen Verteilung der Ferien über das Jahr hinweg".