München (epd). Der bayerische Heimatminister Albert Füracker (CSU) hat am Dienstag sieben Urkunden für die Aufnahme in das Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes überreicht. Die darin aufgelisteten traditionellen Handwerkstechniken, Bräuche, darstellenden Künste, Feste, Musik und Naturwissen zeigten "die Vielfalt unseres Kulturlebens und sind wichtiger Bestandteil unserer Heimat", sagte Füracker. Bereits im März waren die insgesamt zehn neuen kulturellen Ausdrucksformen in die nun 66 Eintragungen lange Liste aufgenommen worden.

Die Aufnahmeurkunden erhielten am Dienstagabend in der Münchner Residenz das Handweben, die Holzbildhauerschule in Bayern, die Holzkirchener Kerzenwallfahrt zum Bogenberg, der Kirchseeoner Perchtenlauf, das Münchner Marionettentheater, das Nördlinger Stabenfest sowie das Oktoberfest-Landesschießen und Oktoberfest-Armbrust-Landesschießen. Bereits Ende Juni hatten der Betrieb der Mainfähren in Franken, das Coburger Friedensdankfest in Meeder sowie die Schwedenprozession und Heimatspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt" ihre Urkunden erhalten.

Die nächste Bewerbungsrunde für die Aufnahme in das Verzeichnis startet nach Angaben des Ministeriums am 1. April 2023. Seit 2003 stellt die Unesco im Rahmen des "Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes" kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit. Überall auf der Welt sollen überliefertes Wissen und Können, die einen wesentlichen Bestandteil der Alltagskulturen ausmachen, als Immaterielles Kulturerbe sichtbar gemacht werden. In Deutschland gibt es Bundesverzeichnis, seit 2013 zudem ein bayerisches Landesverzeichnis.