Bamberg (epd). Ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen, der Kirchen, Parteien und Gewerkschaften in Bamberg ruft für kommenden Montag (7. Februar) zu einer Menschenkette gegen rechte Hetze auf. Falschinformationen und Verschwörungsmythen, wie sie derzeit bei den wöchentlichen Demonstrationen in Bamberg und im Umland gegen die Corona-Maßnahmen verbreitet würden, könnten keine Grundlage für eine freiheitliche Gesellschaftsordnung sein, sagte Organisatorin Mirjam Elsel am Freitag laut Mitteilung. Mit Impfskepsis hätten die Proteste in Bamberg schon lange nichts mehr zu tun.

Auch der evangelische Bamberger Dekan Hans-Martin Lechner unterstützt die Menschenkette. Rechtsextremistisches Gedankengut habe in der Gesellschaft nichts zu suchen, sagte er am Freitag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). "Natürlich sind die meisten bei diesen 'Spaziergängen' nicht rechts gesinnt, doch müssen sie sich bewusst machen, mit wem sie gemeinsam auf die Straße gehen", sagte Lechner weiter. Für ihn soll die Menschenkette ein Zeichen setzen für eine solidarische Gesellschaft, die Schwache im Blick behält, und sich gegen jede Form von Rechtsextremismus und Antisemitismus stellt.

Die Menschenkette soll am 7. Februar um 17.30 Uhr stattfinden. Die Teilnehmenden sollen sich wegen der geltenden Corona-Abstände nicht die Hände reichen, sondern mithilfe von Schals eine Menschenkette bilden. Im Gedenken an die Toten der Corona-Pandemie soll das "Gebet der Vereinten Nationen" gesprochen werden. Dazu erklingen die tiefen Glocken aller Innenstadtkirchen.