Nürnberg, Heilsbronn (epd). Die Bayerische Pfarrbruderschaft hat sich umbenannt. Die Mehrheit der rund 130 Mitglieder habe sich bei einer Tagung in Heilsbronn für den neuen Namen "Bayerische Pfarrgeschwisterschaft - Theologische Weggemeinschaft aus der Bekennenden Kirche" ausgesprochen, teilte der Verband am Donnerstag mit.
Kaum jemand hätte mehr den Titel "Pfarrbruderschaft" mit dem historischen Bezug auf die "Bekennende Kirche" zur Zeit des Nationalsozialismus verbinden können, sagte der bisherige Senior Friedrich Jehnes (Bayreuth/Selb). Jüngere Pfarrerinnen und Pfarrer hätten erklärt, dass sie der bisherige Name von einem Beitritt abhalte. Der neue Name solle die seit Jahrzehnten praktizierte Geschwisterlichkeit betonen sowie die Offenheit der kirchlichen Gemeinschaft für Menschen jeglichen Geschlechts und Alters, hieß es.
Die bisher lose Gemeinschaft mit rund 130 Mitglieder wurde außerdem offiziell als Verein mit Sitz in Nürnberg gegründet. Zum neuen Vorsitzenden und Senior wählten die Mitglieder Pfarrer Thomas Braun (Evangelische Studierendengemeinde Bamberg), zu seiner Stellvertreterin Pfarrerin Julia Illner (Forth/Erlangen). Zweck des Vereins sei es ist es, Impulse für den theologischen Diskurs zu geben und das Erbe der "Bekennenden Kirche" aufrecht zu erhalten. Die Bayerische Pfarrrgeschwisterschaft verleiht weiter in unregelmäßigen Abständen das "Karl-Steinbauer-Zeichen" für Zivilcourage, zuletzt 2020 an die Organisation Seawatch für Seenotrettung im Mittelmeer.
Die 1934 gegründete bisherige Bayerische Pfarrbruderschaft ist eine theologische Weggemeinschaft von Männern und Frauen, die ihre Wurzeln in der "Bekennenden Kirche" hat. Diese stellte sich gegen die Gleichschaltung der Evangelischen Kirche durch den NS-Staat.