München (epd). Verschiedene Modelle für das in Gründung befindliche Haus der Kulturen und Religionen München (HdKRM) sind bis 4. März in einer Ausstellung in der Nazarethkirche zu sehen. Studierende des Masterstudiengangs Architektur an der Hochschule München hätten dabei mit ihren Entwürfen zu zeigen versucht, "wie den Bedürfnissen einer multi-religiösen und multikulturellen Gesellschaft entsprochen und zugleich das bauliche Erbe bewahrt werden könnte", teilte der HdKRM-Verein mit. Die Vernissage "Transformationen - Visionen" findet am 13. Februar statt; an drei Besichtigungsterminen im Februar werden die Modelle erklärt.
Außerdem würden während der Ausstellungsdauer auch die Ergebnisse von Workshops der Universität Salzburg, Fachbereich Religious Studies, präsentiert. Studenten, Jugendgruppen und Mitglieder der Kirchengemeinde konnten sich laut Veranstaltern daran beteiligen. Eine radikale Idee für den Standort in der Nazarethkirche steuere der interdisziplinär arbeitende Künstler Johannes Volkmann vom Papiertheater Nürnberg bei.
Zu den Plänen des Münchner Hauses der Kulturen gehören neben den Begegnungsräumen in der Nazarethkirche auch ein Wohnheim für internationale Studenten und die Möglichkeiten, einen Masterabschluss in interreligiösen Studien zu machen. Bislang engagieren sich Christen, Juden, Muslime, Aleviten, Buddhisten und Hindus in dem Projekt. Als Vorstandssprecher vertreten Martin Rötting, Professor für "Religious Studies" in Salzburg, Rabbiner Steven Langnas von der jüdischen Gemeinde München und Gönül Yerli, Vizedirektorin der Islamischen Gemeinde Penzberg, den Verein nach außen.
Das evangelische Dekanat München hatte dem HdKRM-Verein eine Kooperation mit der Nazarethkirche angeboten, weil der Erhalt des Gotteshauses nach der Fusion der Bogenhausener Gemeinde mit der Immanuelkirche Denning auf Dauer nicht mehr finanziert werden kann. Am Ende der Probephase könnte das Haus der Kulturen Mieter und später auch Träger der Nazarethkirche werden.