Nürnberg (epd). Die erste Nach-Corona-Ausgabe des Nürnberger Musikfestivals ION war ein Erfolg: Im Vergleich zum letzten Vor-Corona-Festival im Jahr 2019 seien diesmal mehr als ein Viertel mehr Tickets verkauft wurden, sagte Intendant Moritz Puschke dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Sonntag. Damit sei die inzwischen 71. Ausgabe des Traditionsfestivals (24. Juni bis 3. Juli) gegen den bundesweiten Trend vergleichbarer Veranstaltungen ein voller Erfolg gewesen, erläuterte er.
Zehn Tage lang seien in den Kirchen der Nürnberger Innenstadt Spitzenensembles sowie Solistinnen und Solisten zu Konzerten mit ihrem Publikum zusammengekommen. Die Bandbreite reichte von klassischen Orgelkonzerten bis hin zu experimentelleren Formaten. So konzertierten beispielsweise in der Frauenkirche Organisten wie die Bamberger Kantorin Ingrid Kasper, St. Sebald wurde zum Schauplatz der Tastenimprovisationskunst, in St. Martha wurde die neue Reihe "Nightflight" mit dem Aufeinandertreffen von elektronischer Musik und Alter Musik oder Jazz-Tönen eröffnet.
Moritz Puschke und Dramaturg Oliver Geisler, die seit 2019 für das Programm und die Ausrichtung des Festivals verantwortlich zeichnen, waren im Anschluss an die ION begeistert vom "Blitzen in den Augen" der Künstler und dem regen Zuspruch der Gäste. Die ION habe nicht nur während der Spieltage eine "360-Grad-Rundumversorgung" an kreativen Impulsen für Besucher gegeben, sondern sei auch eng in der Stadtgesellschaft verwurzelt. Die Menschen hätten sich bei Angeboten wie dem großen Nachtchor auf dem Nürnberger Hauptmarkt von der Begeisterung anstecken lassen.
Die ION sei mittlerweile keine Konzertreihe für eine elitäre Gruppe an Musikbegeisterten, sondern Stadtgespräch und Teil der Innenstadtkultur. Bis zur nächsten ION, die vom 23. Juni bis 2. Juli 2023 stattfinden wird, soll das Festival auch unter dem Jahr sich in einzelnen Konzerten und begleitenden Veranstaltungen in Nürnberg zeigen.