Die Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt in Bayern (AWO), Nicole Schley und Stefan Wolfshörndl, haben zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni die bayerische Staatsregierung aufgefordert, Anker-Zentren für Asylbewerber abzuschaffen. Sie plädierten stattdessen für dezentrale Unterkünfte für Geflüchteten, "als Gebot der Menschlichkeit". Bayern sollte das Vorhaben der Koalitions-Regierung unterstützen, die Anker-Zentren abzuschaffen, so Wolfshörndl und Schley. Ein bayerischer Sonderweg wäre "fehl am Platz".

Die Anker-Zentren seien Stätten der Massenabfertigung, aber auch der Isolation, weil Privatsphäre und individuelle Beratung bei teilweise über 1.000 Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern fast unmöglich seien, erklärten die AWO-Vorsitzenden. Gesellschaftliche Teilhabe und somit Integration werde verhindert. Sie kritisieren auch, dass viele Menschen monate-, einige sogar jahrelang in Anker-Zentren lebten, weil sie nach Abschluss ihres Verfahrens keine Wohnung fänden.