Die bayerische Arbeits- und Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) hat die Pläne der neuen Bundesregierung für einen Mindestlohn von zwölf Euro kritisiert. Ein Anstieg auf zwölf Euro - ohne die Mindestlohnkommission einzubeziehen - verstoße gegen die Tarifautonomie, sagte die Politikerin laut einer Mitteilung ihres Ministeriums. Der Staat müsse sich bei der Lohnfindung "möglichst zurückhalten". Ein gesetzlicher Mindestlohn nach den Empfehlungen der Mindestlohnkommission habe sich bewährt.

Trautner warnte außerdem, Arbeitsplätze dürften durch einen "sprunghaften Anstieg" des Mindestlohns nicht noch zusätzlich gefährdet werden. Die Corona-Pandemie fordere den Arbeitsmarkt bereits stark. Trautner verlangte, die Ampel-Koalition sollte eher die Bürokratie bei den Mindestlohnregelungen abbauen. Die Gehaltsgrenze, nach der eine Mindestlohndokumentationspflicht entfalle, sollte auf generell 2.000 Euro abgesenkt werden.